Von 1965 bis 1967 kommt die Kolpingsfamilie Urmitz/Rhein in einem Tiefstand

Der Grund für diesen Tiefstand war im Jahre 1962 die Gründung eines katholischen Männervereins, eine Zusammenlegung der Marianischen Männerkongregation mit der örtlichen Kolpingsfamilie. Der katholische Männerverein unternimmt keine Aktivitäten und belebt sich nicht. Zwar wird ein Vorstand gewählt, aber dabei bleibt es auch. Das Experiment mit dem katholischen Männerverein geht nicht auf, führt aber die Kolpingsfamilie in ein Tief. Damit hörte die Marianische Männerkongregation in Urmitz auf zu bestehen.

Auch die Kolpingsfamilie wird dadurch in ihrer Existenz berührt, kann sich aber über eine Zeit noch am Leben halten, bis schließlich auch der Vorstand der Kolpingsfamilie seine Arbeit niederlegt. Ein neuer Vorstand wird nicht gewählt. Beiträge werden nicht mehr erhoben und so auch nicht an das Kolpingwerk in Köln abgeführt. Eine Abmeldung der Kolpingsfamilie beim Kolpingwerk erfolgte nicht.

Die Beitragsschulden werden monatlich größer und beim Präses angemahnt.

Im Oktober 1967 beauftragt der noch amtierende Präses der Kolpingsfamilie, Pastor Robert Sesterheim, den früheren Altsenior Albert Holbach, die Beitragsschulden beim Kolpingwerk in Köln entweder durch Abmeldung oder Neubelebung der Kolpingsfamilie Urmitz/Rhein zu regeln.

Albert Holbach entscheidet sich für die Neubelebung der Kolpingsfamilie Urmitz/Rhein.

Die Wiederbelebung der Kolpingsfamilie Urmitz/Rhein erfolgt noch im Jahr 1967

Nach einem Schriftwechsel mit dem Kolpingwerk in Köln verzichtet dieses auf die bis dahin angelaufenen Beitragsrückstände und eine Schuldentilgung.

Alle bisherigen Mitglieder werden im November 1967 mit einem Rundbrief für eine neue Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie angeschrieben. Die alte Mitgliedschaft soll angerechnet bleiben, ohne Beitrag nachzahlen zu müssen.

Jeder konnte sich für eine Mitgliedschaft beim Kolpingwerk in Köln oder auch als förderndes Mitglied der Kolpingsfamilie Urmitz/Rhein neu entscheiden.

Diese Aktivität war erfolgreich. Es meldeten sich bis zum 01.03.1968 gleich 41 Mitglieder bei dem Beauftragten Albert Holbach wieder zurück. Davon wollten 23 Mitglieder beim Kolpingwerk in Köln gemeldet werden und 18 entschieden sich für eine fördernde Mitgliedschaft, und das, um der Kolpingsfamilie finanziell wieder auf die Beine zu helfen.

Mit der Wahl eines neuen Vorstandes beginnt am 01.03.1968 die Arbeit der Kolpingsfamilie in Urmitz mit neuem Auftrieb.

Im Jahre 1970 erweitert das Kolpingwerk den Zugang zur Mitgliedschaft

Man ging von der bisher mehr berufsbezogenen Praxis der Mitgliedschaft ab. Der Kern der Kolpingmitglieder blieb zwar immer noch die Handwerkerschaft, jedoch wurde der Zugang einer Mitgliedschaft im Kolpingwerk mehr auf alle Berufstätigen ausgedehnt und entsprechend dafür geworben.

Ein noch größerer Schritt folgte nach. Die Öffnung des Kolpingwerk’s auch für Frauen und Mädchen als volle und gleichberechtigte Mitglieder, sowie eine beitragsermäßigte Mitgliedschaft für Ehepaare.

Diese neue Möglichkeit Mitglied des Kolpingwerk’s zu werden, wurde dann auch in Urmitz von Anfang an praktiziert. Das mit gutem Erfolg, die Mitgliederzahl stieg von Jahr zu Jahr.

Das Kolpingwerk ändert erneut die Satzung

Damit wirkt die Kolpingsfamilie in ihrer Gesamterscheinung auch nach außen hin moderner und zeitgemäßer.

Man rückt von der bisherigen Vorstandsbesetzung, die noch auf den katholischen Gesellenverein bezogen war, ab. Die Vorstandsbezeichnungen, "Altsenior und Senior", fallen weg. Dafür schafft man das Vorstandsamt eines "1. und 2. Vorsitzenden", wie es bei anderen Vereinen auch praktiziert wurde.